Im vergangenen Monat, kurz nach den Zeugnissen (gerade ist der emsige Schüler voller guter Vorsätze in das zweite Halbjahr gestartet), durften wir in der Aula Zeuge eines tatsächlich beeindruckenden Vortrags zum Thema Lernen von Wilfried Helms werden. Herr Helms ist ehemaliger Gymnasiallehrer, Vater von vier Kindern und hat sich in den vergangenen 20 Jahren hauptsächlich damit beschäftigt, wie aus einem „faulen Sack“ ein „hochmotivierter Schüler“ wird, der sich – man ahnt es – ohne Schwierigkeiten den geforderten Stoff einverleibt. Erste Erkenntnis: Der „faule Sack“ ist wohlmöglich gar nicht so faul, er hat nur noch nicht die richtige Lern-Technik gefunden und ihm fehlt die nötige Motivation, die eben nicht einfach so vom Himmel fällt. Zweite Erkenntnis: Wir können motiviert bis in die Haarspitzen auf den Stoff losgehen, dennoch sind unserem Gehirn natürliche Grenzen gesetzt. Stundenlanges Lernen? Völlig daneben.
Die richtige Strategie
Nun können wir das hier nicht alles wiedergeben, aber zum Thema Vokabeln hatte er eine ganz simple Strategie. Statt einen Tag vor dem angekündigten Vokabeltest mit dem berüchtigten Bulimie-Lernen durchzustarten (wer fühlt sich jetzt angesprochen?), lernst Du täglich (ausgenommen Wochenende!) 7 Vokabeln einer Fremdsprache. Warum? Das Gehirn kann genau 7 Informationen ohne Probleme gleichzeitig speichern. Bei 8 oder 9 wird man unsicher, ab 10 stellt es sogar auf Durchzug und selbst die ersten 2 Infos gehen verloren.
Musst Du dennoch mehr als 7 Vokabeln an einem Tag schaffen, kannst Du Dein Gehirn überlisten: lerne 7 und mache 20 Minuten Pause, dann die nächsten 7. Die schlechte Nachricht: In der Pause sind kein Fernsehen oder Videospiele angesagt. Die gute Nachricht: WhatsApp ist erlaubt.
Logisch haben wir das ausprobiert. Und siehe da: Der Mann hat Recht.
@ Herr Roth: Wir verraten jetzt keine Namen, aber bei unserem „Vokalbeltest-Probanden“ konnten Sie beim letzten Test nur einen einzigen Rechtschreibfehler finden. Das war vorher nicht ganz so erfreulich 😉 Wir hoffen Ihnen damit eine Freude gemacht zu haben.
Titelbild: „Mariesol Fumy“ / www.jugendfotos.de