Seit 2014 protestieren die Gymnasiallehrer gegen eine Stunde Mehrarbeit, indem sie Klassenfahrten verweigerten. Dies wurde ihnen von SPD-Politikern verordnet. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat nun die Mehrarbeit für verfassungswiedrig und unwirksam erklärt. Alleine haben zwei Rektoren und sieben Lehrer dagegen geklagt. Inzwischen wurde das Urteil bestätigt. Am Willms hat das Lehrerkollegium inzwischen abgestimmt, ob es wieder Klassenfahrten geben wird. Das Ergebnis liegt der Redaktion noch nicht vor.
Ein ganzes Jahr hat die Auseinandersetzung zwischen Landesregierung und Lehrern angedauert, während die Schüler auf ihre Klassenfahrten verzichten mussten. Die waren in der Zeit nicht untätig und haben Demonstrationen, Streiks oder andere Aktionen organisiert. Allein in Hannover demonstrierten am 14 Januar 2.700 Schüler, welche durch die Stadt zogen, vom Opernplatz zum Philologenverband, bis hin zum niedersächsischen Landtag. Das alles nach einem Aufruf der Landesschülervertretung.
„Mit der Mehrarbeit ist das Hauptargument für den Klassenfahrt-Boykott weg.“ so Horst Audritz vom Philologenverband gegenüber der deutschen Presseagentur in Hannover. Theoretisch können für das kommende Schuljahr also wieder Klassenfahrten geplant werden, allerdings entscheidet darüber jedes Lehrerkollegium selbst. Natürlich hat die SZ direkt nachgefragt. „Wenn bestätigt wird, dass die Mehrarbeit des Schuljahres 2014/15 rückwirkend bezahlt wird, werden auch am Willms wieder Klassenfahrten geplant und durchgeführt.“, so Herr Kragel vom Willms Personalrat. Als Boykott möchte Herr Kragel den Ausfall der Klassenfahrten nicht verstanden wissen: „Übrigens haben wir Klassenfahrten nicht boykottiert. Boykottieren kann man nur Sachverhalte oder Aufgaben, die man machen muss. Lehrkräfte müssen aber keine Klassenfahrten durchführen. Insofern ist das Wort Boykott falsch. Es handelt sich um eine solidarische Aussetzung von Fahrten.“
Der Personalrat hat das Kollegium am gestrigen Montag bei einer Dienstbesprechung abstimmen lassen, ob die Planung von Klassenfahrten wieder aufgenommen werden kann. Herr Kragel geht fest davon aus, dass dies mit sehr großer Mehrheit so entschieden wird. In der Schulleitung laufen auch schon die ersten Überlegungen, wie denn die Klassenfahrten im nächsten superkurzen Schuljahr untergebracht werden können. Das Ergebnis der Abstimmung lag zum Redaktionsschluß leider noch nicht vor. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.
Der Aufruf unserer Schülervertretung vom 04.05.2015 zu „Aktion für Klassenfahrten-Ideen gesucht!“ brachte übrigens nur magere 5 Vorschläge. Da können wir ja froh sein, dass das Gericht diesen Streit nun vorher beendet hat.